Hägar

VOC zu Gast in Bayern

Also, keine Räuberpistole, sondern ein Bericht obwohl die Wälder des Baron von Aretin sich trefflich als Kulisse für eine solche eignen würden, tief und dunkel wie sie sind.

Berichtet wird aus der Sicht zweier (Ober-)Bayern in (Nieder-)Bayern, also sozusagen ein Heimspiel. Nebst zwei älteren (Ober-)Bayern noch ein Familienteam aus Bayrisch Schwaben, welches man sehr lange nicht im VOC gesehen hat – die Mayrs mit dem 244. (kl. Anm. der Red.: Es gibt riesige Unterschiede bei den Bayern, die wir jetzt als gegeben hinnehmen und bei anderer Gelegenheit den Nordlichtern erklären.)

Die Mayrs berichten: Unser erster Anlauf nach etwa 3 Jahren mal wieder in Deutschland zu fahren. Alfred Gorny hatte für dieses Jahr versprochen Fahrzeuge nach Anhang K mit HTP-Pass in die Ausschreibungen zum Schottercup mit einzubeziehen. Offensichtlich endlich mit Erfolg: Die TK’s waren begeistert. Weder an den Papieren noch am Fahrzeug gibt es Beanstandungen. Die Mayrs, die sonst in Schweden unterwegs sind finden etwas über 25 WP-Kilometer über den ganzen Tag verteilt „a bissel was anderes als 25 Kilometer in EINER schwedischen Sonderprüfung“ – aber wollen wir mal ganz bescheiden anfangen. Drei verschiedene WP je zweimal zu befahren, 67 Starter insgesamt, vier Volvos im Cup stehen am Start.

Tapfer von weit her angereist Gerstenberger, diesmal mit dem anderen Heiko (Heiko Schmidt) auf dem heißsen Sitz und dem maus-grauen 244. Natürlich nicht zu vergessen Rodewald/Kaiser mit dem 945, ebenfalls von weit her und wie immer bis in die Haarspitzen motiviert den VOC Titelkurs zu halten. Haarspitzen: Dabei fällt auf, hier sind die älteren Teilnehmer klar im Nachteil, mangels derselben.

Die angenehme Kühle des Vormittags bei der Besichtigungsrunde weicht zum Start einem strahlend sonnigen Mittag und Nachmittag mit Temperaturen, zumindest in der Sonne jenseits der 30 Grad.

Doch nun auf in die Wertungsprüfungen in den adligen Gehölzen, zuvorderst WP1 Schöfbach, wo Rodewald/Kaiser deftig vorlegen, dahinter Gerstenberger,
wiederum dahinter die Mayrs. Dort gibt es in der zweiten Kurve Differenzen zwischen Dichtung und Wahrheit. Macht die R2-3 nun „zu“ oder nicht.
Der morgens von Siggi diktierte Schrieb sagt nichts davon. So führt der Streckenverlauf zu einem untersteuernden Ausflug in einen Erdwall. Es soll dort sogar kurz der Motor des 244 verstummt sein, wie man munkelt. Die Mayr-Variante lautet hierzu, dass Ihnen ein bisschen die Straße ausging – und dann der Motor. (Die als freie Interpretation des Lektors). Zuletzt laufen Erndl/Bernöcker ein, wie so oft noch nicht ganz wach und der Fahrer zudem vom eingeklemmten Ischiasnerv genervt.

Weiter zur WP2 Hohe Strasse, die leider wegen eines schweren Unfalls anulliert werden muss, also wird zur WP3 Donaukies durchgestartet. Die altbekannte Kiesgrube steht an. Hier schlägt das Mayr’sche Familienimperium zurück und setzt sich an die Spitze, gefolgt von Rodewald, Erndl, Gerstenberger. Das Ding macht Laune, staubt aber arg.

Die mehr als einstündige Zwischenpause sah Rodewald/Kaiser mit knapp 9 Sekunden Vorsprung vor den Mayrs, Gerstenberger/Schmidt und Erndl/Bernöcker.

WP4 Schöfbach zweiter Durchgang sieht wieder die Mayrs knapp vorne, dahinter Rodewald, Erndl und dann Gerstenberger, wie gehabt.

WP5 Hohe Strasse zweiter Durchgang, jetzt wird es ernst, die längste und unumstritten anspruchsvollste Prüfung der Veranstaltung. Es wurde im Vorfeld schon viel geraunt von Bäumen, die gar in Aussenspiegel-Nähe an der Strecke stehen und Kuppen mit Versatz, die noch jedes Jahr ihren metallenen Tribut
gefordert hätten. Fast schon naturgemäß hier in Führung Rodewald, der Jugend ist die Angst als solche fremd. Dahinter reihen sich die Mayrs ein und mit gehörigem Respektsabstand Gerstenberger und schliesslich Erndl. Das letzere Team testet das mit den Aussenspiegeln – und ja, im Ziel gibt es den Verlust des Fahrerseitigen zu beklagen.
Die Mayrs bezeichnen diese WP gar als Sahneteilchen, das müsse man den Niederbayern schon lassen.

Finale: wieder die Kiesgrube, die nochmal die Wertung durcheinanderwirbelt. Doch der Reihe nach: Die Mayrs vorne, dahinter Erndl (beim Finale endlich
wach), dahinter Gerstenberger und am Ende Rodewald. Was war da los? Die Fehlerstatistik ist in wohl allen Rallyeteams deutlich linkslastig, das heißt in der Mehrzahl der Fälle macht der Fahrer einen Fehler. Das hier war jedoch einer der wenigen anderen Fälle. 4 Min zu spät gestempelt schaufelt volle 40 Strafsekunden aufs Konto, somit geht die Chose zugunsten des aus der grossen Rallyewelt mal kurz gastierenden Mayrs aus.

Gerstenberger/Schmidt überglücklich über den zweiten VOC Rang, gesamt eine Sekunde dahinter Erndl/Bernöcker. Im Vorjahr gings andersrum, 1,7
Vorsprung für Erndl – also in der Mittelklasse-Liga erstmal quitt.

Die Mayrs berichten: Das Arentin´sche Bier haben wir zwar nicht probiert, aber Speis und Trank wurden unermüdlich von Helfern aufgetischt, der
selbstgebackene Kuchen ebenso ständig nachgeliefert und die Preise waren gastfreundlich. Viele Helfer, die der nachmittäglich brennenden Sonne, dem
Staub und den Steinen, beispielsweise in der Kiesgrube ausgesetzt waren. Sie erledigten ihre Jobs perfekt und so war das eine wirklich runde Sache!

Wir freuen uns auf die 19. Emmersdorfer Baron von Aretin Rallye in 2020 !

Hägar

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